Drei OSG-Siege zum Auftakt der neuen Saison in der Schachbundesliga

 

„Hauptsache drei Mal gewonnen; ich bin zufrieden“ – der erleichterte Seufzer von Patrick Bittner, erster Vorsitzender der OSG Baden-Baden, nach den ersten drei Runden der neuen Saison der Schachbundesliga.

Neu bei der OSG: GM Maxime Lagarde aus Frankreich. Mit zwei aus drei gleich erfolgreich.

Die Siege des Rekordmeisters gelangen gegen die SG Solingen, den Gastgeber SC Remagen-Sinzig und den SV Deggendorf. Dass alle drei Erfolge kurioserweise mit dem knappst möglichen 4,5:3,5 Endergebnis erzielt wurden, zeigt, welch harte Arbeit jeweils geleistet werden musste, um die überraschend starke Gegenwehr in allen drei Runden zu überwinden. Der Lohn ist der zweite Tabellenplatz hinter Titelverteidiger SC Viernheim, der ebenfalls drei Mal siegte und, begünstigt durch einen 7:1-Ausreißer gegen Aufsteiger und Schlusslicht SV Erkenschwick 1923, mit vier Brettpunkten Vorsprung an der Spitze liegt. Für OSG-Mannschaftsführer Sven Noppes wie für Patrick Bittner liegt damit beim Kampf um die Meisterschaft aber alles im grünen Bereich.  Die nächsten Punkte können ab Runde vier, am 13.11. in Baden-Baden gegen den SC Heimbach-Weis-Neuwied eingefahren werden.

Den Sieg gegen Solingen am vergangenen Freitag verdankt die OSG zwei französischen Teammitgliedern und Brettnachbarn, Neuzugang Maxime Lagarde, der damit einen optimalen Einstand feiern konnte, und Landsmann Etienne Bacrot, immer wieder ein schachliches Kraftpaket im Dienst der OSG. Auf Platz 23 der Weltrangliste rangiert der nominell stärkste Franzose im OSG-Team, Maxime Vachier-Lagrave. Er kassierte am Spitzenbrett eine seiner ganz seltenen Niederlagen, erst die dritte in zehn Jahren unermüdlicher Einsätze für die OSG an den ersten Brettern, also gegen die Weltspitze! Sichere Remis erzielten Matthias Blübaum, ein neues Trumpf-As in der OSG- Mannschaft, Rustam Kasimdzhanov, Radosław Wojtaszek, Alexander Donchenko, und Jungtalent Timur Kocharin.

Gelungener Einstand mit zwei aus drei: Team-Neuzugang Matthias Blübaum, zweifacher Europameister

Gegen Remagen-Sinzig feierten Matthias Blübaum mit einer geduldigen Endspielleistung und Alexander Donchenko mit direktem Angriff auf den gegnerischen König jeweils einen Sieg. FIDE-Jungmeister Timur Kocharin hielt gegen seinen großmeisterlichen Widerpart eine Zeit lang gut mit, wurde dann aber ausmanövriert.. Alle anderen einigten sich auf remis.

Schließlich ging es noch gegen Deggendorf. Hier gab es volle Punkte an den letzten beiden Brettern: Erneut Etienne Bacrot, der geschickt „Löcher“ vor der gegnerischen Königsstellung nutzte, und Timur Kocharin, der seine Niederlage vom Vortag jetzt gegen eine deutlich unterlegene Opponentin wieder gut machen konnte. Es Seltenheitswert hatte aber auch die Niederlage von Rustam Kasimdzhanov, der ein bisschen zu viel Material für ein Zentrumsspiel opferte, dass ausgekontert wurde. Fazit: Pro Runde zwei Siege, eine Niederlage, der Rest remis.

 

Schachfans konnten sich im Internet live übertragener Expertenkommentare erfreuen.

(Walter Siemon)